Leserbrief von Mag. Wolfgang Türtscher: „Volkes Stimme“

tuertscher„Volkes Stimme“

 

Schon anlässlich der Nationalratswahlen und auch jetzt während der Regierungsverhandlungen widmen die VN und VOL eine „Umfrage des Tages“ diesem Thema. Es ist klar, dass nicht jedes Ergebnis breit redaktionell dargestellt werden kann. Zwei Ergebnisse verdienen Beachtung: Auf die Frage vom 15.10.13 „Soll die zukünftige Regierung zumindest Versuche zur Gemeinsamen Schule zulassen“ antworten 74,57 % mit Nein, auf die Frage vom 29.10.13 „Ist es gut, dass Lehrergewerkschafter bei den Koalitionsverhandlungen über Bildungsfragen mitreden?“(Zur Erklärung: Paul Kimberger, der Obmann der Pflichtschullehrergewerkschaft, gehört dem ÖVP-Verhandlungsteam an.) antworten 90,35 % mit Ja.

 

Daraus ist abzuleiten, dass jenseits medialen Trommelfeuers seit mehr als zehn Jahren die Gesamtschule nicht nur keine Mehrheit in der Bevölkerung hat, ja dass sogar Schulversuche in diese Richtung klar abgelehnt werden. Das gilt natürlich auch für die immer wieder ins Spiel gebrachten „Modellregionen“.

 

Das heißt weiters, dass das Lehrerbashing der letzten Jahre – das insbesondere auch den gewählten Lehrervertretern und Gewerkschaftsfunktionären gegolten hat – von der Bevölkerung deutlich abgelehnt wird. Man erwartet sich sachliche Lösungen, bei deren Zustandekommen alle relevanten Gruppen – im Bereich Bildung sind das Eltern, Schüler und Lehrer – mitwirken müssen.

 

Diese klare Haltung der Bevölkerung und der angekündigte politische Rückzug der mitbestimmungsfeindlichen Unterrichtsministerin Claudia Schmied nähren die Hoffnung, dass es bei den anstehenden Regierungsverhandlungen auch im Bereich Bildung sinnvolle und an den wahren Problemen, deren es viele gibt, orientierte Lösungen geben wird.

 

Mag. Wolfgang Türtscher, Götzis