ÖAAB-Lehrer-Obmann Wolfgang Türtscher: Ich verstehe die ÖVP nicht!

tuertscherLehrerdienstrecht bringt Qualitätsminderung und Mehrbelastung

„Ich verstehe die ÖVP auf Bundesebene nicht, dass sie diesen Entwurf für ein neues Lehrerdienstrecht dem Nationalrat zuleitet: Er  bringt insgesamt eine Qualitätsminderung, eine Mehrbelastung für die Pädagogen, eine Abwertung des Fachunterrichts und einen deutlichen Einkommensverlust“, stellt Mag. Wolfgang Türtscher, der der Landesobmann der ÖAAB- Lehrer Vorarlbergs fest. „Das ursprünglich formulierte Ziel, eine Steigerung der Attraktivität des Lehrberufes für Neueinsteiger zu erreichen, wird klar verfehlt.“

 

„Zurück an den Start“, so kann die Forderung an das neue Parlament nur lauten. „Die National- und Bundesräte  sind gut beraten, den vorliegenden Entwurf zu verwerfen und gemeinsam mit den ‚echten Experten‘ – das sind die Lehrerinnen und Lehrer Österreichs – ein Dienstrecht zu gestalten, das den Beruf für leistungsbereite Jugendliche attraktiv macht und einen Beitrag dazu leistet, einen qualitätsvollen Unterricht an Österreichs Schulen zu garantieren und den bestehenden Lehrermangel zu bekämpfen.“

 

Der vorliegende Entwurf sieht u.a. vor, dass hinkünftig Lehrer mit Bachelorstudium an allen Höheren Schulen unterrichten dürfen, also mit einer deutlich verkürzten Ausbildung, dass Lehrer in allen Fächern eingesetzt werden können – ohne Rücksicht auf deren Studium, dass der Fachunterricht zugunsten Betreuungsaufgaben reduziert wird, dass es Einkommensverluste bis zu € 533.736,- geben kann, dass die Erhöhung der Unterrichtszeit bis zu 40 % beträgt, dass Praktikanten ohne Schulerfahrung vom ersten Dienstjahr an in allen Klassen selbstständig Unterricht erteilen können und dass alle Fächer – ohne Rücksicht auf Vorbereitungs- und Korrekturaufwand – gleich bewertet werden. „Das kann nicht ernst gemeint sein“, schließt Türtscher, „ich appelliere an alle politischen Parteien – insbesondere an die die ÖVP, diesen Entwurf zu verwerfen und eine attraktives Dienstrecht zu gestalten, das diesen Namen auch verdient. Es geht schließlich um nicht mehr als um die Zukunft Österreichs!“