AAB-Lehrerobmann Mag. Wolfgang Türtscher: Die bestmögliche Ausbildung von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf

tuertscherIn der veröffentlichten Debatte wird fast ausschließlich der „Inklusion“ im Sinne einer „Integration um jeden Preis“ das Wort geredet. Dem steht gegenüber, dass die Experten – das sind die Vorarlberger Sonderschullehrerinnen und – Lehrer – gegenteilige Erfahrungen machen. Vorarlberg bietet hier ein nahezu ideales System an – ca. 40 SPZ-Klassen stehen 225 Integrationsklassen im Volksschul- und 150 Integrationsklassen im Haupt/Mittelschulbereich gegenüber.


Für den Erhalt oder sogar den Ausbau der Sonderpädagogischen Zentren sprechen u.a. folgende Gründe – (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

-    Die Lehrperson kann die Schüler auf Grund der Klassengröße, wegen der Anwesenheit einer zweiten Lehrperson und oft sogar noch einer weiteren Betreuung wie Zivildiener oder Jugendlicher des freiwilligen sozialen Jahres, individueller betreuen.

-    Die Individualität der Schüler wird stärker berücksichtigt, man kann besser auf Schwächen und Stärken eingehen. Es sind nicht alle Kinder gleich!

-    Mehr Therapiemöglichkeiten (Hundetherapie, Schwimmtherapie, …)

-    Zusammenarbeit mit verschiedenen Einrichtungen wie aks (Arbeitskreis für Vorsorge- und Sozialmedizin), dafür (Vermittlung von Menschen mit Behinderung in den offenen Arbeitsmarkt), ÜAZ (Überbetriebliches Ausbildungszentrum), IAZ Lauterach (Integratives Ausbildungszentrum), IfS (Spagat), Lebenshilfe …

-    Die Schüler haben wieder Erfolgserlebnisse und sind dadurch motivierter, da es weniger Belastung und Leistungsdruck gibt.

-    Schüler können intensiver bei der Ausbildungs- bzw. Berufswahl betreut werden.

-    Einstieg in den Arbeitsmarkt fällt leichter mit einem guten „Sonderschulabschluss“ als mit einem schlechten Hauptschulabschluss.

-    Die Möglichkeiten der Teilqualifikation, der Anlehre und der verlängerten Lehre können in Anspruch genommen werden.


Für die AG Bildung des ÖAAB-Vorarlberg:

Wolfgang Türtscher