Mag. Michaela Germann, Obfrau der ÖPU Vorarlberg: Neues IV-Bildungskonzept: Verheerende Folgen für Österreich!

germannEnde der schulischen Wahlfreiheit für Eltern

„Mit dem neuen Bildungskonzept der Industriellenvereinigung (IV) ist jetzt die Katze aus dem Sack: Die IV will eine komplette Neuaufstellung mit verpflichtender Ganztagsgesamtschule für alle und gleichzeitig die Privatisierung des Schulwesens. Das wäre das Ende der Wahlfreiheit für die Eltern, die bislang darin besteht, dass für die verschiedenen Begabungen und  Interessen der Kinder maßgeschneiderte Angebote zur Verfügung stehen“, erteilt Mag. Michaela Germann, die Obfrau der Österreichischen Professorenunion (ÖPU), dem IV-Konzept  eine klare Absage.


„Ginge es nach der IV“, so Germann, „dann müsste jedes Kind ohne Rücksicht auf Talente und Fähigkeiten in der gleichen Schule unterrichtet werden. Wir wissen aus allen Gesamtschulen in Europa,  dass das eine Illusion ist –, wo es Gesamtschulen gibt, gibt es eine große Zahl extrem teurer Privatschulen. Damit wird Bildung wieder zum Privileg der Vermögenden. Auch die Verpflichtung, eine Ganztagsschule besuchen zu müssen, geht an den Interessen der österreichischen Eltern vorbei.“

Das Konzept geht auch von falschen Voraussetzungen aus: Österreich hat kein teures Schulsystem: 3,6 % der BIP werden für Bildung ausgegeben, in Finnland sind es 4,1 %, in Dänemark 4,7 und in Norwegen und Island 4,9 %. Österreich hat kein ineffizientes Schulsystem: Während die österreichischen Schüler mit 10 Jahren noch hinter anderen Ländern zurückliegen - diesem Defizit sollte eine endlich verstärkte Frühförderung abhelfen - gelingt es dem Gymnasium und der Haupt/Mittelschule zwischen dem 10. und 14. Lebensjahr, diese Defizite deutlich zu reduzieren, während sich die Gesamtschulstaaten Italien, Frankreich und Spanien in diesem Zeitraum verschlechtern. „Ein System, das von falschen Zahlen ausgeht, ist eben auch im Ergebnis falsch“, fasst Germann zusammen.

„Was im Konzept – ausgerechnet der IV – vollkommen fehlt, ist eine engagierte Weiterentwicklung der dualen Ausbildung, eines echten österreichischen Erfolgsmodells. Selbst  die dringend notwendige Wiedereinführung des 2008 abgeschafften „Blum-Bonus“ kommt nicht vor. Dafür soll die Polytechnische Schule abgeschafft werden, der Schultyp, der am besten auf die Berufswelt vorbreitet. Das soll verstehen, wer will, ich nicht!“, hält Germann abschließend fest.