ÖAAB-Lehrer-Obmann Wolfgang Türtscher: Keine Verlängerung der Arbeitszeit der Lehrer!

tuertscherUnmoralische Regierungspläne
 
„Eine einseitige Verlängerung der Arbeitszeit der Lehrer ist nicht gerechtfertigt und politisch nicht machbar,“ zeigt sich Wolfgang Türtscher, der Obmann der Vorarlberger ÖAAB-Lehrer, entsetzt über entsprechende Ankündigungen aus der österreichischen Bundesregierung. „Es ist in Österreich üblich, Fragen der Arbeitszeit sozialpartnerschaftlich zu verhandeln. Das ‚Drüberfahren‘ über eine Berufsgruppe ist unmoralisch, politisch unklug und führt auch nicht zum Ziel!“


„Es ist unbestritten, dass die Arbeit als Pädagoge immer anstrengender wird“, erinnert Türtscher. „Europaweit hören 50 % aller Lehrenden in den ersten fünf Dienstjahren auf und suchen sich einen anderen Beruf, weil sie sich den Anforderungen nicht gewachsen fühlen. Und dann genau dieser Berufsgruppe mitzuteilen, wie das der Wiener Bürgermeister tut, ‚Arbeitet‘s halt ein bisschen mehr!‘ ist nicht nur unsensibel und beleidigend, sondern jenseits aller schulischer Realität.“
 
„Dass gerade ein Dienstgeber wie das Unterrichtsministerium“, so Türtscher, „das durch ständige Fehlleistungen – Stichwort Zentralmatura, Neue Mittelschule, etc. – nicht nur Chaos produziert, sondern auch für viel kostenlose Mehrarbeit der Lehrenden verantwortlich ist, den Lehrern ein höheres Beschäftigungsausmaß zumutet, übersteigt eigentlich das Ausmaß des Fassbaren!“ Zu berücksichtigen ist auch, dass die derzeitige Lehrergeneration zahlreiche Bildungsreformen durchlitten hat, die allesamt unter dem Begriff Bildungsdemontage durchgehen können,
 
„Die Stimmung in der Lehrerschaft ist gereizt“, warnt Türtscher. „Die Demütigungen, die durch das neue Lehrerdienstrecht geschaffen worden sind, sind noch nicht vergessen. Ein Arbeitskampf, der sicher ist, wenn die Regierung nicht einlenkt, würde sehr heftig ausfallen!“
 
„Ganz besonders warne ich die ÖVP“, so Türtscher. „Es ist immer noch so, dass ein nicht unwesentlicher Teil der Lehrerschaft sich von der Bundes-ÖVP an sich gut vertreten fühlt, was die Themen Leistung in der Schule, Ansehen des Lehrerstands, praktikable Unterrichtsorganisation, etc. betrifft, obwohl die Zustimmung der ÖVP zum Lehrerdienstrecht auch schon für „Ernüchterung“ gesorgt hat. Ich erwarte mir deshalb eine klare Botschaft von der ÖVP und dem ÖAAB, „so Türtscher abschließend, „dass diese Stundenerhöhung politisch vom Tisch ist!“