Gefährdet das Autonomiepaket unsere Kleinschulen

ÖAAB-Lehrer Wolfgang Türtscher und Andreas Hammerer:

Gefährdet das Autonomiepaket unsere Kleinschulen?

Bildungscluster als reine Sparmaßnahme? 

„Dem ÖAAB-Vorarlberg ist die Erhaltung von Kleinschulen im ländlichen Raum ein großes Anliegen. Das, was im Zuge des Autonomiepakets der Bundesregierung am 18. Oktober 2016 bekannt geworden ist, nämlich dass ein sogenannter ‚Schulcluster‘ bis zu acht Schulen umfassen könne, beunruhigt uns“, erklären Wolfgang Türtscher und Andreas Hammerer von den ÖAAB-Lehrern. „Schon im Bildungsreformpapier der Bundesregierung vom 17. November 2015 hat es geheißen: „Als Richtgröße mit einer Schwankungsbreite von 10 % für autonome Schul- bzw. Verwaltungseinheiten ist eine Schülerinnen- und Schülerzahl von 200 bis 2.500 anzustreben. Mehrere Standorte (auch schulartenübergreifend) können gemeinsam geleitet werden.“ Das würde heißen, dass etwa 90 % der Vorarlberger Pflichtschulen ihre Selbstständigkeit verlieren und keinen eigenen Direktor mehr hätten!“

 

„Im Sommer 2016 hat uns die OECD empfohlen, die Kleinschulen im ländlichen Raum zu schließen, da sie hohe Kosten verursachen. Die OECD versteigt sich dann noch zur Behauptung, dass man damit auch die Qualität verbessere. Dass sie mit diesen „Bildungslegebatterien" die Landflucht antreibt, wenn Kinder ab dem Volksschulalter schon aus ihrem Ort gekarrt werden, interessiert sie nicht, dass nicht wenige Psychologen diese Großeinheiten als für kleinere Kinder ungeeignet sehen, ebenso wenig. Nachdem man sich im von der Bundesregierung vorgelegten Papier immer wieder auf die OECD beruft, ist nicht auszuschließen, dass es solche irrwitzige Bildungspläne gibt“, mahnen Wolfgang Türtscher und Andreas Hammerer zur Vorsicht.

„Die Schule gehört ins Dorf“, so Türtscher und Hammerer, „darin sich seit Jahren und Jahrzehnten alle Politiker und andere Entscheidungsträger klar, denen die Stärkung des ländlichen Raumes ein Anliegen ist. Dafür wurde in den letzten Jahrzehnten von der Europäischen Union, dem Bund und vor allem den Ländern auch viel getan – da kann es doch nicht sein, dass 90 % der Vorarlberger Gemeinden keine eigene Schule mehr haben! Wir rufen die verantwortlichen Politiker dazu auf, diesen Kahlschlag zu verhindern, die Folgen für die Entwicklung der Gemeinden im ländlichen Raum wären unabsehbar“, verlangen Türtscher und Hammerer insbesondere von den Vorarlberger National- und Bundesräten, diese Verschlechterungen für unser Land zu verhindern!