Alle Testergebnisse müssen den Schüler erreichen!

„Spätestens seit der Jahrtausendwende wird an unseren Schule auf Teufel-komm-raus ‚getestet‘ – PISA, Bildungsstandards, TIMSS, PIRLS etc.; dass dadurch etwas besser geworden ist, kann insgesamt nicht festgestellt werden“, hält Wolfgang Türtscher, der Obmann der ÖAAB-Lehrerinnen und Lehrer fest. „Eines ist klar, die verschiedenen Tests erfüllen eine wesentliche schulische Grundvoraussetzung nicht: Der Schüler erfährt kein Ergebnis – oder zu spät, wie bei den Bildungsstandards.

Das ist einerseits unfair, andererseits wohl ein Grund dafür, dass diese Testungen nicht von allen ernst genommen werden, was aus den Schülerrückmeldungen eindeutig hervorgeht.“

Der österreichische Lehrplan ist entscheidend!


„Es müssen deshalb hinkünftig zwei Voraussetzungen gelten: „Der Test muss in angemessener Zeit – nicht mehr als drei Wochen – dem Schüler korrigiert und bewertet zurückgegeben werden, damit er in die Jahresbenotung einfließen kann und die Testinhalte müssen dem österreichischen Lehrplan entsprechen. Es ist Aufgabe der Schulbehörde“, so Türtscher, „das vorher sicherzustellen. Ist das nicht möglich, ist die Durchführung der Testung zu untersagen!“

„Wichtig dabei ist“, so Türtscher, „dass sich der Test am Lehrplan orientiert – und nicht umgekehrt. Ein stupides „Teaching to the test“, wie das bei PISA-Siegern gelegentlich vorkommt, ist natürlich abzulehnen.

„Leistungsorientierung ist etwas Wichtiges“, hält Türtscher fest, „und da ist immer eine Steigerung möglich. Leider ist es so, dass sogenannte ‚zeitgeistige Reformen‘ dazu geführt haben, dass die Leistungsbereitschaft ständig nachgelassen hat. Dazu tragen sogenannte ‚Experten‘ nicht unwesentlich bei, wenn sie glauben, die Abschaffung der Noten würde den Erfolg erhöhen, die Senkung der Zahl der Klassenwiederholungen würde leistungssteigernd wirken, Hausübungen seien nicht sinnvoll, das Streichen von Schultagen wäre notwendig und in heterogenen Gruppen würde man bessere Leistungen erzielen als in homogeneren Gruppen. – Aber von einem Schüler eine Leistung zu verlangen und ihm die Beurteilung zu verweigern, das ist eine Frotzelei!“, hält Türtscher abschließend fest.