Schulautonomiepaket – zurück an den Start!

Politische Bewertung „Was brauchen die Schulen“ sollte in Ruhe erfolgen

„Zurück an den Start beim Schulautonomiepaket – das ist wahrscheinlich die sinnvollste Vorgangsweise, um eine gute Lösung für alle Beteiligten zu erreichen“, schlägt Wolfgang Türtscher, der Obmann der ÖAAB-Lehrerinnen und Lehrer in Vorarlberg, angesichts der geänderten politischen Situation – Neuwahlen am 15.10.2017 – vor. „Es werden wahrscheinlich nur noch die politischen Projekte vom alten Nationalrat beschlossen werden, die politisch unumstritten sind – und da gehört das Schulautonomiepaket nicht dazu.“

„Die Kernfrage lautet“ – so Türtscher – „welchen politischen Mehrwert bringen die vorgeschlagenen Änderungen für die Schulen? An sich ist es ja so, dass Autonomieforderungen meistens ‚von unten nach oben‘ gestellt werden: So wollen die Katalanen und Basken mehr Autonomie von Spanien und die Schotten von Großbritannien! In Österreich ist es umgekehrt: Bildungsministerin Hammerschmid behauptet, dass die Schulen diese Autonomie unbedingt brauchen – aber die Schulen wollen das nicht. Der breite Widerstand  mit 1.700 meist negativen Stellungnahmen beweisen das zur Genüge!“

„Es besteht ja die Sorge, dass es unter dem Deckmantel der Autonomie zu einer Mängelverwaltung kommt, dass massiv gespart wird und die Abschaffung der Mitbestimmungsrechte der Schulpartner Eltern, Schüler und Lehrer Schulreformen erleichtern soll, die keine Mehrheit in der Bevölkerung haben. Außerdem wird es ein Mehr an Verwaltung geben, es ist wieder‚ eine Reform um der Reform willen‘. Die Schulen dürfen zwar in vielen Bereichen nach Belieben umschichten, dabei aber die erhofften Effizienzsteigerungen durch eine Unzahl von Evaluierungen belegen – die genau jene Zeit vergeuden, die sonst bei den Schülern ankommen würde,“ befürchtet Türtscher.

„Die echten Probleme bleiben ungelöst“, so Türtscher. „Es gibt nicht mehr Geld für die Frühförderung, es gibt kein Unterstützungspersonal für die Pflichtschulen und die sprachliche Förderung der stark steigenden Zahl der Schüler, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, kommt zu kurz.“

„Also“, so Türtscher abschließend, „nützen wir gerade auch die Zeit des Wahlkampfs zu einem sinnvollen Dialog: ‚Was brauchen die Schulen?‘  Schüler, Eltern und Lehrer werden dankbar sein!“