Dir. Herwig Orgler: Wir begrüßen die Maßnahmen zur Stärkung schulischer Anwesenheit!

Wir begrüßen die beschleunigte Möglichkeit zur Ermahnung und Sanktionierung im Ausmaß von € 110,- bis € 660,- durch die Bundesregierung auf Anregung von BM Faßmann am 16.1.2018 (Beilage 1) und die Abschaffung des wirkungslosen 5-Stufen-Plans“, freut sich der Vizeobmann der ÖAAB-Lehrer in Vorarlberg, Herwig Orgler, der auch Direktor der Polytechnischen Schule in Bregenz ist.


„Die bisherige Regelung des Schulabsentismus durch den § 24 des Schulpflichtgesetzes – Beilage 2 – ist die Basis für Schulversagen und Schulabbruch“, ist Orgler überzeugt.


Der 5-Stufen-Plan zur Regelung der Unterrichtsversäumnisse wurde in der Absicht implementiert, der Vereinbarungskultur zwischen Schülern, Elternhaus und Schule mehr Gewicht zu verleihen. Das aktuelle Gesetz ist in der bisher gültigen Form allerdings kontraproduktiv. Das Fehlen unmittelbarer Handlungsmöglichkeiten seitens der Schulen bewirkt weiteren Schulabsentismus, in der Folge Schulversagen, Schulabbruch und führt zu weitreichenden Problemen beim Einstieg in Ausbildungen.

Deutlich über ein halbes Schuljahr vergehen im Schnitt, bis die vom Gesetz vorgesehenen Sanktionen zum Tragen kommen. Die Verhaltensvereinbarungen sind für Schulen Verpflichtung, besitzen für die der Schule fernbleibenden Schülern und auch deren Eltern jedoch nur Empfehlungscharakter, da bei Nichtbeachtung frühestens nach 14 (!) Wochen Folgewirkungen eintreten. „Es passiert eh nichts!“, ist daher ein oft zu vernehmender Kommentar der Schüler, wenn dieselben Verhaltensvereinbarungen zum zweiten oder dritten Mal unterzeichnet, schon nach kurzer Zeit aber vom Schüler wieder nicht eingehalten werden.

„Besonders am Ende der Schulpflicht an der Schnittstelle zum Eintritt in eine Berufsausbildung wirkt sich der Schulabsentismus fatal aus“, weiß Orgler aus eigener Erfahrung. Mangelhafte Beherrschung der grundlegenden Kulturtechniken und fehlende Arbeitshaltung führen dazu, dass nicht einmal der Pflichtschulabschluss erreicht wird und münden zum Teil unmittelbar in das Missachten der Ausbildungsverpflichtung bis 18.

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