Mehr Respekt für Lehrende!

Andreas Hammerer,
FCG/APS/CLV/ÖAAB-Lehrer:

„Seit Jahren häufen sich die Beschwerden darüber, dass es an Pflichtschulen gegenüber Lehrenden zu massiver Respektlosigkeit der Schüler/innen und Eltern kommt, ohne dass die Schulbehörden wirksame Mittel und Methoden finden, dem entgegenzutreten“, berichtet Andreas Hammerer, Personalvertreter, Stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft öffentlicher Dienst in Vorarlberg und Obmann des CLV-Vorarlberg. Es ist an der Tagesordnung, ordinärst beschimpft zu werden, als Lehrerin oder Lehrer einfach respektlos behandelt zu werden“, schildert Christian Klar, Direktor in der Deublergasse, am 18.1.18 im „Wien heute“-Interview.


Die Schule braucht rechtliche und gesellschaftliche Unterstützung


„Das ist nicht nur in Wien so, sondern auch in Vorarlberg“, ergänzt Hammerer. „Bei unverschämten Elternforderungen ist die Schulbehörde ‚sehr zurückhaltend‘, wenn ein/e Schüler/in aggressiv und gewalttätig wird, gibt es kaum Möglichkeiten eindeutige rote Linien aufzuzeigen und damit die anderen Schüler/innen und die Lehrenden vor ihm/ihr zu schützen. Lehrer/innen werden zunehmend mit Youtube-Videos, WhatsApp-Gruppen oder in sozialen Netzwerken verhöhnt und dem Gespött preisgegeben. Da ist es nur allzu verständlich, dass Kolleg/innen zunehmend überfordert sind, steigende Burnoutfälle und der Wunsch, möglichst früh in Pension zu gehen, sind die Folge“, berichtet Hammerer aus der Praxis. “Auch körperliche Übergriffe auf Lehrer/innen kommen nicht nur in der Großstadt vor!“

„Lehrer/innen leisten wichtige Arbeit für unsere Gesellschaft. Sie haben sich Respekt verdient“, verlangt Hammerer, „wir erwarten uns Maßnahmen, damit Gewalt und Respektlosigkeiten gegenüber Lehrenden geahndet werden können. Dabei müssen Schulleitungen in die Lage versetzt werden, rasch handeln und Schüler/innen bei groben Entgleisungen suspendieren zu können!“

„Einen ersten Schritt hat die neue Bundesregierung am 16.1.2018 gemacht, indem sie den weltfremden ‚5-Stufen-Plan‘ (§ 24a Maßnahmen zur Erfüllung der Schulpflicht‘) abschafft und hier eine gesetzliche Verbesserung versprochen hat“, lobt Hammerer die Initiative von BM Faßmann. „Ich hoffe, dass er die Sorgen der Lehrenden weiterhin ernst nimmt - das ist nicht
selbstverständlich!“