Alle Testergebnisse müssen den Schüler erreichen!

„Die Ergebnisse der Standardtestungen in Mathematik für das Bundesland Vorarlberg sind erfreulich; allen, die an der Verbesserung mitgewirkt haben – Schulleiter, Lehrer, Eltern und Schüler - ist dazu zu gratulieren“, so Wolfgang Türtscher, der Obmann der ÖAAB-Lehrerinnen und Lehrer in Vorarlberg. „Sie könnten aber noch besser sein, wenn eine wesentliche schulische Grundvoraussetzung erreicht werden könnte: Der Schüler erfährt momentan  kein Ergebnis – oder zu spät – und es ist nicht notenwirksam!“ 37 % der Schüler in Vorarlberg und 38 % in ganz Österreich erklären, dass sie sich bei dieser Testung weniger anstrengen als bei einer Schularbeit, weil die Leistung nicht benotet wird.

Fast 40 % der Schüler strengen sich bei Standardtestungen nicht an!

„Es müssen deshalb hinkünftig zwei Voraussetzungen gelten: „Der Test muss in angemessener Zeit – nicht mehr als drei Wochen – dem Schüler korrigiert und bewertet zurückgegeben werden, damit er in die Jahresbenotung einfließen kann und die Testinhalte müssen dem österreichischen Lehrplan entsprechen. Es ist Aufgabe der Schulbehörde“, so Türtscher, „das vorher sicherzustellen. Ist das nicht möglich, ist die Durchführung der Testung zu untersagen!“

„Wichtig dabei ist“, so Türtscher, „dass sich der Test am Lehrplan orientiert – und nicht umgekehrt. Ein stupides „Teaching to the test“, wie das bei PISA-Siegern gelegentlich vorkommt, ist natürlich abzulehnen.

„Man soll allerdings die Bedeutung der Testungen nicht überbewerten“, so Türtscher. „Spätestens seit der Jahrtausendwende wird an unseren Schule auf Teufel-komm-raus ‚getestet‘ – PISA, Bildungsstandards, TIMSS, PIRLS etc.; dass dadurch etwas besser geworden ist, kann insgesamt nicht festgestellt werden“, hält Wolfgang Türtscher, fest.

„Leistungsorientierung ist etwas Wichtiges“, hält Türtscher fest, „und da ist immer eine Steigerung möglich. Leider ist es so, dass sogenannte ‚zeitgeistige Reformen‘ dazu geführt haben, dass die Leistungsbereitschaft ständig nachgelassen hat. Dazu tragen sogenannte ‚Experten‘ nicht unwesentlich bei, wenn sie glauben, die Abschaffung der Noten würde den Erfolg erhöhen, die Senkung der Zahl der Klassenwiederholungen würde leistungssteigernd wirken, Hausübungen seien nicht sinnvoll, das Streichen von Schultagen wäre notwendig und in heterogenen Gruppen würde man bessere Leistungen erzielen als in homogeneren Gruppen. Gott-sei-Dank hält hier das Bildungsprogramm der neuen Bundesregierung – Leistungsorientierung, Sachlichkeit und Praxisbezug zeichnen es aus – dagegen; es ist damit zu rechnen, dass sich das bald auch in noch besseren schulischen Leistungen niederschlägt“, hofft Türtscher abschließend.