Deutschförderklassen sind grundvernünftig!

„Die bei der rotgrünen Lehrerdemonstration am 20. April in Bregenz geäußerte Kritik an den ‚Deutschförderklassen‘, wie sie Bildungsminister Faßmann angekündigt hat, kann ich nicht nachvollziehen“, ist Wolfgang Türtscher, der Obmann der Lehrerinnen und Lehrer im ÖAAB, überrascht. „Es wird ganz exakt auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler eingegangen. Diese angekündigten Maßnahmen werden auch von 80 % der Österreicher begrüßt, wie eine aktuelle Umfrage des Nachrichtenmagazins „Profil“ zeigt. Auch hat es  im Begutachtungsverfahren, anders als öffentlich dargestellt, relativ wenig Kritik gegeben. Ich begrüße in diesem Zusammenhang die klare Haltung von LH Wallner, der angekündigt hat, dass dieses Projekt im Herbst 2018 auch in Vorarlberg gestartet wird.“


Gute Deutschkenntnisse sind Voraussetzung für gelingende Integration!
Die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern, die über Förderbedarf in der Unterrichtssprache Deutsch verfügen, wird in Zukunft auf Basis einer einheitlichen und verbindlichen Systematik erfolgen. Für jene, die als außerordentliche Schüler aufgenommen werden, soll der verpflichtende Besuch einer Deutschförderklasse künftig vorgesehen werden. Jene, die eine Deutschförderklasse erfolgreich absolviert haben, müssen einen weiterführenden Deutschförderkurs besuchen.

Das Ausmaß der Deutschförderung soll zwischen 15 und 20 Wochenstunden intensives Sprachtraining im Rahmen der jeweiligen Gesamtwochenstundenanzahl betragen. Neben dem Besuch einer Deutschförderklasse sollen außerordentliche Schüler als Teil der Regelklassen geführt werden und an bestimmten Fächern und Aktivitäten des Regelunterrichts (z.B. Turnen, Werkunterricht, Klassen- und Schulausflüge etc.) teilnehmen. Die neuen Deutschförderklassen können mindestens ein bis maximal vier Semester besucht werden. Der Besuch der Deutschförderklasse ist so lange verbindlich, bis der Übertritt des Schülers aufgrund der standardisierten Testergebnisse in die Regelklasse nachweislich möglich ist.

Neben Deutschförderklassen werden Deutschförderkurse für jene Schülerinnen und Schüler, die einen nachweislichen Sprachfortschritt vorweisen, aber weiteren Förderbedarf haben, ein-gerichtet.

„Deutsch vor Schuleintritt“ ist eine alte Forderung des ÖAAB-Vorarlberg, „erstmals wurde sie 2011 im Zuge des damaligen Leitantrages verlangt“, erinnert Türtscher.

Rückfragen:
Wolfgang Türtscher, 0664/1234009