Effizienter Schulschluss

Zu Schulschluss häufen sich die Klagen darüber, dass in der Schule „Zeit vergeudet werde“, dass die Schüler mit Projekten „bei Laune gehalten werden müssen“ und die Mitarbeitsbereitschaft sinke. Dafür wird der „Notenschluss“ verantwortlich gemacht, der es anscheinend nicht mehr erlaube, Lehrstoff zu vermitteln und diesen auch abzufragen. Vor einiger Zeit hat ein Direktor einer Höheren Schule Vorarlbergs den Vorschlag gemacht, die Zensurkonferenz erst einen oder zwei Tage vor der Zeugnisverteilung anzusetzen, um die Zeit davor wirkungsvoll schulisch nützen zu können.

  1. Dazu kann ich – nach rechtlicher Prüfung und Rücksprache auch mit unseren Interessensvertretern in Wien – Folgendes sagen: Die Vermittlung von Lehrstoff kann bis zum letzten Schultag erfolgen; eine Prüfung darüber ist auch im folgenden Schuljahr möglich, wenn die Stoffinhalte kurz wiederholt worden sind und der Stoff auch zum Lehrplan des neuen Schuljahres passt, was meistens der Fall ist.
  2. Der „Notenschluss“ ist eine rein administrative Maßnahme, die sicherstellt, dass zu einem festgelegten Zeitpunkt alle Noten eingetragen sind. Noten – Fachbeurteilung und Verhaltensnote - können natürlich bis zum letzten Schultag verändert werden, wenn es dazu sachliche Gründe gibt. Verhaltensnoten bedürfen eines Beschlusses der Konferenz, dazu kann man „in eventu“ die Schlusskonferenz vorsehen; bei Fachbeurteilungen kann eine Notenänderung von Genügend auf Nicht genügend mit entsprechenden Folgen für das Aufsteigen nicht mehr erfolgen. Leistungsfestellungen sind in den letzten drei Tagen vor der Beurteilungskonferenz nicht erlaubt, es sei denn, es liegt eine ausdrückliche Genehmigung des Direktors vor.
  3. Ein zunehmendes Problem ist es, dass Eltern mit ihren Kindern den Urlaub deutlich vor Schulschluss beginnen wollen, das aus unterschiedlichen Gründen. Die Schulen sind gut beraten, hier grundsätzlich keine Ausnahmen zu genehmigen. Bei Zuwiderhandeln sind an den Pflichtschulen im Wege des LSR bzw. der Bildungsdirektion Geldstrafen zu beantragen, an mittleren und höheren Schulen kann gem. § 45 (5) SCHUG der Schüler von der Schule abgemeldet werden, wenn das unentschuldigte Fernbleiben länger als eine Woche beträgt.
  4. Die Festsetzung der Zensurkonferenz ist aufgrund geltender gesetzlicher Bestimmungen zwischen Mittwoch und Freitag der Woche vor Schulschluss – das ist heuer von 27.-29.6.18 - möglich. Dadurch ist die Ausgabe der Bescheide – wenn eine negative Beurteilung erfolgt ist – noch während des Schuljahres möglich.
  5. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Schüler und Eltern es grundsätzlich für sinnvoll ansehen, wenn die Schulzeit optimal genützt wird. Das „verlangen“ sie natürlich nicht zu jedem Zeitpunkt mit derselben Intensität.