Kindergartenpädagogen und Lehrer gleichstellen!

Kindergartenpädagogen sollen bundeseinheitlich bezahlt werden!

„Nach der Erziehung in der Familie sind die Kindergärten die erste staatlich organisierte Bildungseinrichtung, denen wir unsere Kinder anvertrauen. Deshalb müssen die Kindergartenpädagogen – hinkünftig Elementarpädagogen -, die einen ganz entscheidenden Einfluss auf die weitere Laufbahn der Kinder haben, den Pädagogen dienst- und besoldungsrechtlich gleichgestellt werden“, verlangen Alexandra Zambanini, Vizeobfrau der ÖAAB-Lehrer für den Bereich Elementarpädagogik, und Obmann Wolfgang Türtscher. „Sie erfüllen jetzt schon im Rahmen des Bildungsrahmenplanes einen klaren Bildungsauftrag.“

 

„Alle Welt betont die Wichtigkeit der Frühförderung; gleichzeitig nehmen wir die Hauptträger – die Kindergartenpädagogen – nicht ernst, weil wir ihnen eine entsprechende Bezahlung verweigern, das ist kontraproduktiv“, halten Zambanini und Türtscher fest. „Im Bildungsprogramm der Bundesregierung vom 18.12.2017 steht an erster Stelle „Qualitätsvolle Elementarpädagogik durch höhere Standards bei Bildung und Betreuung“; unter anderem wird verlangt, „dass die Elementarpädagogik in dasselbe Ministerium wie Unterricht eingegliedert wird“. Der Weg ist einfach: Nachdem nach dem neuen Lehrerdienstrecht alle Pädagogen gleich viel verdienen, müssen wir da die Kindergartenpädagogen dazu nehmen. Sie sind dann allerdings keine Gemeindebediensteten mehr, sondern unterstehen dem Bundesrecht!“

Schon 2015 hat der ÖAAB Vorarlberg im Rahmen seines „Leitantrages“ formuliert:
„Lehrer und Pädagogen in Kindergärten und Kleinkindbetreuungen haben eine für unsere Gesellschaft sehr anspruchsvolle Aufgabe, sie sind Lehrende und Erziehende, sie begleiten Kinder und Jugendliche und deren Eltern durch wichtige Lebensphasen. Um diesen Dienst zum Wohle aller Beteiligten leisten zu können, bedarf es motivierter Lehrer. Nur wer seine Berufung als Lehrer und Erzieher gerne, mit ganzer Kraft und Überzeugung und pädagogischem Können wahrnimmt, wird Kinder und Jugendliche so begleiten können, dass alle davon profitieren. Wertschätzung und angemessene Bezahlung sind motivationsfördernd.“

„Kindergartenpädagogen sind grundsätzlich wie andere Pädagogen auszubilden. Zusätzlich ist weiterhin die Laufbahn als „Kindergartenhelfer“ anzubieten. Für Quer- und Späteinsteiger sind erworbene Qualifikationen großzügig anzurechnen“, so Zambanini und Türtscher.

„Uns ist klar“, so Zambanini und Türtscher, „dass dieses Ziel sehr ambitioniert ist und von der Republik Österreich erhebliche finanzielle Mittel verlangt. Bis zur Umsetzung sollte allerdings kurzfristig sichergestellt werden:

  • Die BAfEP (Bildungsanstalt für Elementarpädagogik) in Feldkirch ist derzeit eine kostenpflichtige konfessionelle Privatschule – sie ist in eine kostenlose Bundesschule umzuwandeln.
  • In Vorarlberg ist ein kostenloses Kolleg (2 Jahre Vollzeit) für den Erwerb der Berechtigung als Kindergartenpädagoge arbeiten zu dürfen, anzubieten; zusätzlich eine Variante, die es berufstätigen Personen ermöglicht, diese Ausbildung berufsbegleitend zu absolvieren.
  • Die Kontrollen, ob kindergartenpflichtige Kinder auch tatsächlich 16 Stunden den Kindergarten besuchen, sind zu intensivieren, insbesondere wegen der Sprachförderung. Laufende Verstöße sind zu sanktionieren.
  • Elterninformation und -einbindung ab dem 3. Lebensjahr des Kindes, wenn die sprachliche Entwicklung nicht positiv verläuft („Eltern-Kind-Bildungs-Pass“).
  • Die Dokumentation der Sprachförderung im Kindergarten ist bundesweit zu vereinheitlichen.
  • Es gibt genügend „Werkzeuge“ um die Kinder zu beobachten; (VBB, BESK, BESK-DAZ, Topologisches-Sprachanalysemodell, EEC,…) weitere Beobachtungsbögen bzw. –formen und Screenings sind nicht notwendig.
  • Zwischen Kindergarten und Volksschule ist ein uneingeschränkter Datenaustausch sicherzustellen.
  • Bundesweit ist eine zweijährige Verpflichtung zum Besuch eines Kindergartens festzulegen - für jene Kinder, die das brauchen.