ÖAAB-Lehrer-Obmann Wolfgang Türtscher: Gute Bildungsdaten für Österreich!

tuertscher wolfgangEuropäischer ELLI-Index erhebt umfassenderen Bildungsbegriff

 

„Deutlich umfassender und vertiefender als die in den letzen zehn Jahren bekannt gewordenen Testverfahren (PISA, PIRLS, TIMSS, etc.) stellt sich der europäische ELLI-Index (European Lifelong Learning Indicators) dar, der sich zum Ziel setzt, das ‚Lernklima' in einem Land zu erheben. Er basiert auf dem integrativen Vier-Säulen-Modell der UNESCO, das 1996 von einer internationalen Kommission unter Jacques Delors entwickelt worden ist: ‚Lernen Wissen zu erwerben', ‚Lernen zu handeln', ‚Lernen das Leben zu gestalten' und ‚Lernen zusammen zu leben'. Insbesondere in den lebenspraktischen Perspektiven schneidet Österreich besonders gut ab; das hat unmittelbare Auswirkungen auf die Berufsfähigkeiten der jungen Österreicher", berichtet Wolfgang Türtscher, der Obmann der Lehrerinnen und Lehrer im Vorarlberger ÖAAB

 

Europameister ist Österreich in der Teildisziplin „Freiwilliges und gemeinnütziges Engagement" mit 58,1 % (EU-Schnitt 36,1 %). Im Hinblick auf das lebenslange Lernen liegt Österreich auf dem sehr guten 8. Platz (von 27 EU-Staaten) und erreicht „überdurchschnittliche" 53,9 % (EU-Schnitt: 44,8 %). Die Kategorie „Lernen wissen zu erwerben" ist für Österreich ernüchternd - mit 40,4 % liegt Österreich auf dem 16. Platz (EU-Schnitt: 45,5 %); im Bereich „Lernen zu handeln" schafft es Österreich „überdurchschnittlich" auf Platz 8 (EU-Schnitt: 44 %), im Bereich „Lernen zusammen zu leben" ist Österreich mit Platz „stark überdurchschnittlich" auf Platz 3 mit 66,6 % (EU-Schnitt: 44,5 %)- und schließlich im Bereich „Lernen das Leben zu gestalten" mit 46,9 % (EU-Schnitt: 44,2 %) über dem EU-Schnitt und „überdurchschnittlich". Im Teilbereich „Work-Life-Balance", das ist die Vereinbarkeit der Arbeitszeiten mit familiären Verpflichtungen, schafft es Österreich mit der Note 3,3 auf Platz 3 innerhalb der EU.

 

„Man hat erkannt, dass Bildung mehr ist als die Auflistung von Schulabschlüssen", hält Türtscher fest. „In den letzten Jahren haben wir Bildungsqualität mit PISA gleichgesetzt - das ist einseitig und auch deshalb unseriös, weil sich der PISA-Test mehrfach als schlicht und einfach falsch herausgestellt hat (siehe dazu: Josef Kraus: Der PISA-Schwindel; 2005; Niki Glattauer: Die PISA-Lüge, 2011) Doch heißt das nicht, dass man sich auf den Lorbeeren ausruhen soll. Schulische Leistungen zu verbessern ist ein ständiges Anliegen einer vernünftigen Schulpolitik, denn, ‚wer aufhört besser sein zu wollen, hört auf gut zu sein'", so Türtscher.