Wolfgang Türtscher, Obmann der ÖAAB-Lehrer Vorarlberg: Sinnvolle Vorschläge der Initiative „Rettet die Volksschule“

tuertscherAber – unverständliche Forderung nach der „gemeinsamen Schule“

 

„Die Forderungen der Initiative „Rettet die Volksschule“ – in der Öffentlichkeit präsentiert von Gerhard Unterkofler, Bernd Dragosits, Silvia Benzer und Christof Jagg – sind großteils dringend  notwendig und verdienen die Unterstützung aller Bürger unseres Landes, die an einer soliden Bildung und Erziehung unserer Kinder interessiert sind“, erklärt Wolfgang Türtscher, der Obmann der Vorarlberger ÖAAB-Lehrer. „Es ist klar, dass die wichtigen Bildungsentscheidungen im Leben eines Menschen zwischen dem  3. und 8. Lebensjahr fallen. Dass damit die Bildungspolitik die Aufgabe hat, im Bereich der Früherziehung und der Volksschule Schwerpunkte zu setzen, ist naheliegend. Nicht nachvollziehbar ist für mich allerdings die Forderung nach der gemeinsamen Schule der 10- bis 14-Jährigen; deshalb sehe ich mich auch nicht in der Lage eine Unterstützungsunterschrift zu leisten, obwohl der Großteil der Forderungen sinnvoll ist“, schränkt Türtscher ein.

 

 

Wenn Direktor Bernd Dragosits vollkommen zurecht hervorhebt, dass „die Kinder, die eingeschult werden, sich in ihrem Entwicklungsstand  teilweise bis zu 3 Jahren unterscheiden, wenn Hochbegabte neben Kinder mit Sprachschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten  sitzen“ und als Maßnahme dagegen sinnvoller Weise den Einsatz von zwei Lehrern in der 1. Klasse verlangt, so ist das das Eingeständnis, dass jetzt schon in der Volksschule differenziert unterrichtet werden muss. Wenn die Unterschiede unter den Schülern schon in der Volksschule so groß sind, wie soll dann eine „gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen“ hier Abhilfe schaffen?

 

Die Entscheidung, wie in Österreich die Schule der 10- bis 14-Jährigen aussehen soll, ist durch die Parlamentsentscheidung 2012, mit der die Neue Mittelschule flächendeckend eingeführt und das achtjährige Gymnasium erhalten worden ist, gefallen. Jetzt sind wir dazu angehalten, die gefassten Beschlüsse umzusetzen und die Früherziehung zu forcieren: Durch verbindliche Sprachtests mit drei Jahren, durch die gezielte Sprachförderung im Kindergarten, durch den Einsatz zusätzlicher Lehrkräfte, aber auch von Sozialarbeitern und Erziehern in der Volksschule. „Das Match wird zwischen dem 3. und dem 8. Lebensjahr gewonnen oder verloren, dessen müssen wir uns bewusst sein und dementsprechend die Schwerpunkte rechtzeitig setzen“, so Türtscher abschließend