Leitantrag – Thema „BILDUNG“

Leitantrag – Thema „BILDUNG“

zum 27. ordentlichen Landestag des ÖAAB Vorarlberg

20. März 2015

Anmerkung:

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit haben wir uns entschieden, im Leitantrag lediglich die männliche oder die weibliche Form zu verwenden und meinen damit, sofern nicht anders angegeben, jeweils beide Geschlechter.

BILDUNG

Ist-Situation

Bildung ist eine zentrale Aufgabe für das 21. Jahrhundert. Dies gilt insbesondere für ein kleines Land im Herzen Europas wie Vorarlberg, das als „kleine EU im Bodenseeraum“ bekannt ist und seinen Wohlstand einer gut funktionierenden Wirtschaft, der Mentalität der Bevölkerung, einem dichten sozialen Netz und einer günstigen geographischen Lage verdankt. Grundsätzlich gilt:

Österreich hat ein zweigliedriges Bildungssystem, das in der Bevölkerung unterschiedlich bewertet wird. Unbestritten für alle Interessensgruppen ist die Notwendigkeit der Differenzierung und der Durchlässigkeit. Gut bewertet wird das Schulsystem mit seinen Verästelungen im Sekundar- (Gymnasium, Hauptschule/Mittelschule) und Tertiärbereich (Gymnasium, berufsbildende Schulen). Junge Menschen können besser als in anderen Ländern zwischen verschiedenen Ausbildungswegen wählen und wechseln. Das am 27.11.14 präsentierte Forschungsprojekt der Vorarlberger Landesregierung „Schule der 10 bis 14-Jährigen“ bestätigt grundsätzlich eine hohe Zufriedenheit mit den Schulen Vorarlbergs.

Die Erhebungen im Rahmen des Projekts „Schule der 10- bis 14-Jährigen“ haben für Vorarlberg gezeigt, dass die Bildungswegentscheidung von der Grundstufe in die Sekundarstufe I im Alter von zehn Jahren wesentlich durch die Bildungsnähe des Elternhauses und das Bildungsangebot in der Wohnregion der Familie bestimmt ist. Kindern und Jugendlichen soll nach Auffassung des ÖAAB eine von ihrer sozialen, gesellschaftlichen und regionalen Herkunft unabhängige Schullaufbahn ermöglicht werden, die auf den jeweiligen Talenten, Interessen und Fähigkeiten aufbaut. Um dieses für alle Interessensgruppen gemeinsame Ziel anzustreben, ist in der Regierungserklärung der Landesregierung unter Bezugnahme auf das Forschungsprojekt die Entwicklung eines Schulversuches für eine Gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen vorgesehen. Der ÖAAB ist der Meinung, dass dieses Ziel durch die Beibehaltung des zweigliedrigen Systems, jedoch durch Verstärkung der Sprachförderung im frühkindlichen und Vorschulbereich und die Beibehaltung der Unterstützungssysteme im Pflichtschulbereich (Volksschulpaket, Ressourcen für Brennpunktschulen) sowie durch eine Verbesserung des Aufnahmeverfahrens im Gymnasium erreicht werden kann.

Aufgrund des guten dualen Ausbildungssystems hat Österreich die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit Europas und eine der höchsten Sekundarabschlussquoten. Erfolgreiche Bildungspolitik misst sich an einem hohen Prozentsatz an Absolventen auf allen Bildungsebenen und adäquat gewählten Bildungswegen.

Verbesserungen und zeitgemäße Anpassungen sollen vor allem Kinder und ihre unterschiedlichen Potentiale in den Mittelpunkt stellen. Kinder und Jugendliche leben in unterschiedlichen sozialen Rahmenbedingungen. Sie haben unterschiedliche Begabungen, Neigungen, Anlagen und Fähigkeiten, sie sind unterschiedlich belastbar, leistungsfähig und leistungswillig. Sinnvolle Bildungspolitik geht von einem ganzheitlichen Ansatz aus, der die Voraussetzungen jedes jungen Menschen ernst nimmt. Es kommt darauf an, individuell zu fordern und zu fördern. Dies bedeutet konkret, bereits vor Schuleintritt alle Anstrengungen zu unternehmen, die eine für den Einzelnen positive Entwicklung ermöglichen. Bei festgestellten Schwierigkeiten werden in jeder Phase der persönlichen Entwicklung gezielte Fördermaßnahmen angeboten und so lange fortgesetzt, wie dies notwendig ist. Die dafür erforderlichen Mittel werden bereitgestellt. Dabei kommt der vorschulischen Entwicklung immer größere Bedeutung zu. Eltern bekommen geeignete Unterstützung in der bestmöglichen Förderung der Kinder – v.a. bei der Sprachförderung.

Große Bedeutung haben die Kulturtechniken Lesen, Schreiben, Sprechen und Rechnen. Das beinhaltet ein klares Bekenntnis zur Leistung in der Schule. Die weitere Verbesserung der Übertritte von Kinderbetreuung, Kindergarten zu Schule und von einer Schulform in die andere ist dringend notwendig – Stichwort „Von einer Hand in die andere“. Chancengerechtigkeit und das Wohl des Kindes stehen im Vordergrund.

Eine grundlegende Allgemeinbildung ist unverzichtbar. Mit den neuen Medien und Kommunikationsmitteln sachgerecht und verantwortungsvoll umzugehen, ist ebenso wichtig wie gute Kenntnisse in einer Fremdsprache und die Fähigkeit, sich in den Naturwissenschaften zurechtzufinden. Die Förderung sozialer Kompetenzen sowie musisch-kreativer Anlagen und handwerklichen Grundfertigkeiten erhält das ihr gebührende Gewicht. Teamfähigkeit, Hilfsbereitschaft, Toleranz, Fleiß, Genauigkeit und Höflichkeit sind zwischenmenschliche Grundfähigkeiten, die im gegenseitigen Umgang von Pädagogen und Schülern täglich geübt und gelebt werden.

In Anbetracht besorgniserregender Befunde ist  die Vermittlung einer guten Gesundheitskompetenz (in Theorie und Praxis) von besonderer Bedeutung (genug Bewegung, gesunde Ernährung, guter Lebensstil), unter anderem auch im Rahmen der Fachbereiche Ernährung und Haushalt.

Die bewährte duale Ausbildung ist für viele Jugendliche der richtige Weg. Sie hat durch die Berufsreifeprüfung und Studienberechtigungsprüfung, „Lehre und Matura“ wertvolle Impulse erfahren, die zahlreich genutzt werden. Die gute Vorbereitung für alle dualen Ausbildungswege ist eine Kernaufgabe der Polytechnischen Schule.

Auch die Eltern unserer Kinder und Jugendlichen leben unter unterschiedlichen Bedingungen. Die Familiensituation, die Erwerbstätigkeit, das Einkommen und andere Faktoren sind Ursachen dafür. Auch hier werden die Menschen und ihre Situation ernst genommen.

Ganztägige Schulformen mit einem breiten Angebot an Interessen- und Begabtenförderung können Hilfe bieten und Familien entlasten. Der ÖAAB bekennt sich ausdrücklich zum Wert der Elternarbeit und die Vernetzung von Elternhaus und Schule ist eine unverzichtbare Forderung. Daher wird eine flexible Ganztagsbetreuung nach den Prinzipien der Freiwilligkeit und Bedarfsgerechtigkeit angestrebt. Eine für alle verpflichtende Ganztagsschule würde die wertvolle Erziehungsarbeit, die Mütter, Väter und andere Miterziehende zu Hause leisten, abwerten und auch den Bedürfnissen der Schüler widersprechen.

Um dem Lehrermangel und dem pädagogisch bedenklichen Mangel an männlichen Lehrpersonen entgegenzuwirken, bedarf es eines modernen, leistungsbezogenen Dienst- und Besoldungsrechts, der neu gestalteten Lehrerbildungund gut ausgestatteter Arbeitsplätze für Lehrpersonen.

Lehrer und Pädagogen in Kindergärten und Kleinkindbetreuungen haben eine für unsere Gesellschaft sehr anspruchsvolle Aufgabe, sie sind Lehrende und Erziehende, sie begleiten Kinder und Jugendliche und deren Eltern durch wichtige Lebensphasen. Um diesen Dienst zum Wohle aller Beteiligten leisten zu können, bedarf es motivierter Lehrer. Nur wer seine Berufung als Lehrer und Erzieher gerne, mit ganzer Kraft und Überzeugung und pädagogischem Können wahrnimmt, wird Kinder und Jugendliche so begleiten können, dass alle davon profitieren. Wertschätzung und angemessene Bezahlung sind motivationsfördernd.

Das lebensbegleitende Lernen ist zur Selbstverständlichkeit geworden; Vorarlberg hat eine leistungsfähige Erwachsenenbildungslandschaft, die sich in ihrer flexiblen Art ständig neuen Herausforderungen zu stellen hat. Wir gehen dabei davon aus, dass die Erwachsenenbildung eine gleichberechtigte Bildungseinrichtung neben Schule, Pädagogischer Hochschule und Universität ist. Die Angebote der Weiterbildungseinrichtungen werden mit den Aufgaben des öffentlichen Schulwesens in regelmäßigen Abständen abgestimmt und koordiniert. Dabei werden Bildungsangebote für Berufstätige grundsätzlich auf der Basis von Teilnehmerbeiträgen durch die Weiterbildungseinrichtungen angeboten.

Die Ziele des ÖAAB:

Vorschulischer Bereich

  • Elterninformation und -einbindung ab dem 3. Lebensjahr des Kindes, wenn die sprachliche Entwicklung nicht positiv verläuft („Eltern-Kind-Bildungs-Pass“).
  • Frühe Sprachförderung für alle Kinder, die es brauchen.
  • Sinnvolle bzw. zielführende Zusammenführung der Fort- und Weiterbildung von Kleinkindbetreuern, Kindergartenpädagogen und Volksschullehrern.
  • Kindergarten und Volksschule arbeiten bei der „Übergabe“ noch enger und gleichberechtigt zusammen. Das Vorarlberger Kindergartengesetz gibt dazu die Möglichkeiten. Dasselbe gilt für die Zusammenarbeit bei Übergangssituationen zwischen den unterschiedlichen Schulformen.
  • Ein Kind wird erst für schulreif erklärt, wenn es die deutsche Sprache (Unterrichtssprache) beherrscht (Sprachtest, Sprachticket). Die mit 1.1.2008 in Kraft getretene Änderung des Schulunterrichtsgesetzes (§ 3 Abs. 3 SCHUG) bietet dazu Möglichkeiten, denn das Gesetz schreibt fest, dass die Eltern dafür verantwortlich sind, dass ihre Kinder sprachlich dem Unterricht folgen können. Die geeignete, möglichst frühe Unterstützung der Eltern wird angeboten.
  • Gleichstellung der Kindergartenpädagogen mit Pädagogen anderer Schulen.
  • Gleichstellung bzw. Ermöglichung einer Gleichstellung der Pädagogen für Ernährung Haushalt und Werkerziehung mit den Pädagogen der Schule.

 

Pflichtschule

  • Das „Vorarlberger Volksschulpaket“ unterstützt in vorbildlicher Weise die Schuleingangsphase; das ist ein wichtiger erster Schritt zur Verbesserung der individuellen Fördermöglichkeiten in der Grundstufe I.
  • Verpflichtende Elterninformation in der 3. Schulstufe über die Bildungsmöglichkeiten im Anschluss an die Volksschule.
  • Flächendeckende Weiterführung und  Weiterentwicklung des „Schulreife-Screenings“. Neben Zahlenwissen wird dabei insbesondere die Sprachfähigkeit der künftigen Erstklässler überprüft. Je nach Bedarf wird daraufhin einerseits mit Fördermaßnahmen begonnen, andererseits erfolgt auf Grundlage der Erhebung die Einteilung in die Volksschulklassen. So haben die Volksschullehrerinnen und -lehrer zu Schulbeginn verbesserte Möglichkeiten, von Anfang an durch individuelle Maßnahmen auf die Lernbedürfnisse der Kinder einzugehen.
  • Rechtzeitige verpflichtende und positive Unterstützung der Schüler, deren Pflichtschulabschluss gefährdet ist. „Wir lassen kein Kind zurück.“
  • Starke Differenzierung und Individualisierung des Unterrichts.
  • Die Volksschule vermittelt als Kernaufgabe schwerpunktmäßig und intensiv die Grundfertigkeiten Lesen, Schreiben und Rechnen.
  • Die Orientierungsarbeiten in der 5. und 7. Schulstufe – Deutsch, Mathematik, Englisch – tragen dazu bei, die Potentiale und Fähigkeiten der jungen Leute richtig einzuschätzen. Die Lehrpersonen können daraus Impulse zur gezielten Gestaltung des Unterrichts setzen und mit den Eltern kommunizieren.
  • „Brennpunktschulen“ erhalten mehr Personalressourcen zur Verbesserung des Lern- und Arbeitsraumes bzw. des Schulklimas.
  •  Für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf steht das Wohl des Betroffenen im Mittelpunkt: Inklusion in eine Regelschule oder Einschulung in ein Sonderpädagogisches Zentrum.
  • Die Gesundheitsförderung und Gesundheitsbildung sind grundlegende Themenbereiche, die in den Schulen vermittelt werden müssen (Gesundheitspädagogen an der Schule - Projekt „Gesundheitsfördernde Schule“).
  • Gewählte Schülervertretung auf allen Ebenen auch an Mittelschulen.
  • In den Polytechnischen Schulen wird das Hauptaugenmerk darauf gelegt, die Schülerinnen und Schüler gut auf den Berufseinstieg vorzubereiten. Dafür wird das notwendige Beratungs- und Betreuungssystem weiter ausgebaut
  • In der Polytechnischen Schule werden alle Angebote gebündelt, um einen positiven Pflichtschulabschluss zu erreichen.
  • Ziel ist es, die Schulpflicht mit dem positiven Abschluss der 9. Schulstufe zu beenden. Ist das nicht möglich, endet sie nicht mit der alleinigen Absolvierung der 9. Schulstufe, sondern mit dem positiven Abschluss der Pflichtschule (Bildungspflicht bis 18 Jahre).

Gymnasium, mittlere und höhere Schulen

  • Verpflichtende Elterninformation in der 3. Schulstufe über die Bildungsmöglichkeiten im Anschluss an die Volksschule.
  • Die Aufnahme ins Gymnasium erfolgt nicht nur durch die Volksschulnote, sondern durch ein eigenes Aufnahmeverfahren. Das derzeitige System fördert die Abhängigkeit der Schullaufbahn vom sozioökonomischen Status der Eltern.
  • Um den wichtigen Übergang von der Volksschule in die Sekundarstufe I (Mittelschule oder Gymnasium) gut vorbereiten und begleiten zu können, werden in der 3. Klasse Volksschule Lernstandserhebungen durchgeführt. Standardisierte Tests in der vierten und achten Schulstufe tragen dazu bei, die Potentiale und Fähigkeiten der jungen Leute richtig einzuschätzen.
  • Die Orientierungsarbeiten in der 5. und 7. Schulstufe – Deutsch, Mathematik, Englisch – tragen dazu bei, die Potentiale und Fähigkeiten der jungen Leute richtig einzuschätzen. Die Lehrpersonen können daraus Impulse zur gezielten Gestaltung des Unterrichts setzen und mit den Eltern kommunizieren.
  • Einwöchiges Praktikum in der Oberstufe (9. – 13. Schulstufe) für alle Schüler/innen in einem Betrieb nach Wahl, um praxisorientiertes Lernen zu ermöglichen.
  • Aktive Bewerbung der dualen Ausbildung als einer besonders zukunftstauglichen Bildungsperspektive und Wiedereinführung des „Blum-Bonus“ als ein Mittel der Förderung und Qualitätssicherung. (Absolventen der dualen Ausbildung haben die besseren Berufschancen und können dank unseres durchlässigen Systems jede weitere Ausbildung anschließen.)
  • Umfassende Bildungs- und Berufsberatung.

 

Hochschule

  • Weiterentwicklung der Studiengänge der Fachhochschule Vorarlberg und der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg (mit möglichst hoher Eigenständigkeit).

 

Schule allgemein

 

Bildungsziele

  • Eine hohe Anzahl von Maturanten und Akademiker sind kein Garant für ein positives Wirtschaftswachstum – anzustreben ist ein ausgewogenes Verhältnis. Länder mit dualer Ausbildung haben eine besonders niedrige Jugendarbeitslosigkeit.
  • Die duale Ausbildung als wirkungsvolle Verbindung von Theorie und Praxis garantiert wirtschaftlichen Erfolg (die international vergleichende Bildungsdebatte ist zu stark auf Matura und Hochschulabschluss fixiert – Österreich erreicht 83 (bei den 25 - 64-Jährigen) bzw. 89 % bei den 25 - 34-Jährigen bei der Sekundarabschlussquote, der OECD-Schnitt ist 68 (bei den 25 - 64-Jährigen) bzw. 77 % bei den 25 - 34-Jährigen; diese Quote (bei den 25 - 34-Jährigen) beträgt EU-weit 82 %, in Großbritannien 83 %, in Italien 73 % und in Spanien 65 %.
  • Geschlechtsspezifischer Ansatz (Buben-, Mädchenförderung).
  • Ethik als Pflichtfach, wenn der Religionsunterricht nicht besucht wird. Der staatlich garantierte Religionsunterricht ist insbesondere für die kleinen Konfessionen von Bedeutung und verhindert extreme Positionen und fundamentalistische Tendenzen.
  • Unterstützung der Bedeutung des Fachbereiches Ernährung und Haushalt.
  • Politische und wirtschaftliche Grundlagenvermittlung bereits ab der 3. Schulstufe im Sachunterricht.
  • Pflichtfach „Politische Bildung“ ab der 7. Schulstufe, da die Jugendlichen mit 16 bereits wahlberechtigt sind.
  • Die Stärkung der europäischen Dimension der Schule durch einen systematischen Schüler- und Pädagogenaustausch.

 

Schulorganisation

  • Feedbackkultur für Lehrer, Schüler und Eltern. Evaluierungen müssen selbstverständlich werden.
  • Administrative Entlastung der Schulen.
  • Bestehende Fördersysteme an den Schulen ausbauen und verpflichtend vorsehen.
  • Qualitativer und bedarfsgerechter Ausbau der ganztägigen Angebote.
  • Mehr Unterstützungspersonal (Psychologen, Sozialarbeiter, Erzieher, ...) an den Schulen.
  • Einhaltung der Klassenschülerhöchstzahl 25, um gutes individuelles Lernen möglich zu machen.
  • Klare und offen gelegte Beurteilungskriterien bei der Notengebung.
  • Mitspracherechte der Schüler bei der Schwerpunktsetzung.
  • Verländerung der Schulverwaltung, um besser auf regionale und lokale Besonderheiten reagieren zu können – ländliche Gebiete und Ballungsräume unterscheiden sich zunehmend! Die Personalhoheit im Schulwesen soll weiterhin bei den Ländern bleiben. Zentral beim Bund sollen die Bildungsinhalte, Schulorganisation, Lehrerausbildung, Lehrpläne, sein. Die Kompetenzen sollten immer dort sein, wo sie am effektivsten wahrgenommen werden können.
    • Stärkung der Autonomie der Schulen und der Lehrenden.
    • In Zukunft  immer wichtiger werden Kooperationen zwischen Eltern, Kindergärten, Schulen, Kommunen und Regionalplanungsgemeinschaften in Form von Bildungsnetzwerken

 

Das Bild des Lehrenden

  • Weiterentwicklung des Dienst- und Besoldungsrechts 2013 mit großer Rücksichtnahme auf die Herausforderungen des schulischen Alltags, die Mehrbelastung der Lehrenden und auf die Lebensverdienstsumme. Die derzeitigen Bestimmungen erfüllen diese Anforderungen nicht. Sie bedeuten eine Mehrbelastung der Lehrenden, eine Kürzung der Lebensverdienstsumme und einen Niveauverlust.
  • Imagekampagne für den Lehrerberuf – gemeinsam mit Lehrern, Schülern und Eltern.
  • Betonung der  Erziehungsfunktion des Lehrers– gegenseitiger respektvoller Umgang, Höflichkeit, Akzeptieren von Grenzen und Regeln als Grundlagen des täglichen Schulbetriebs.
  • Berufspraktikum in der Wirtschaft für alle Lehrer (derzeit für Junglehrer 5 Tage).
  • Vorbildfunktion des Lehrers in allen gesellschaftlichen Bereichen.
  • Pädagogisches Aufnahmeverfahren für zukünftige Lehrer durch ein persönliches Eignungsgespräch ergänzen – Bin ich für den Lehrerberuf geeignet? Was erwartet mich und welche Erwartungen habe ich? Frühe Sicherung eines starken Praxisbezugs.
  • Verpflichtende Führungsausbildung für Lehrer während des Studiums für ihre wichtige Rolle als Klassenlehrer, -vorstand, Abteilungsleiter, Projektbeauftragter, Leiter von Elternabenden: Gesprächsführung, Teambildung, Umgang mit Konflikten, Leitung von Beteiligungsprotzessen mit Kindern und Jugendlichen, etc.
  • Lehrerfortbildung ist eine Aufgabe der Schulleitung.
  • Führungspersönlichkeiten im Schulbereich, insbesondere Direktoren, müssen besser ausgebildet und deutlich besser bezahlt werden – Aufteilung der Führungsstruktur in der Schule durch mehr Ressourcen – mittleres Management, Sekretäre auch für Pflichtschulen – das Vorarlberger Modell der administrativen Entlastung soll Grundlage für eine österreichweite Regelung sein.
  • Die Qualität der Schule steht und fällt mit der Qualität der Lehrenden.
  • Überlegungen, wie qualifizierte Personen mit „nichtformalen Qualifikationen“ ohne Lehramt für den Lehrerberuf gewonnen werden bzw. auch niederschwellig und phasenweise in den Unterricht mit eingebunden werden können.

Lebensbegleitendes Lernen

  • Die (kostenlosen) Abendschulen des Bundes sollen der Erwachsenenbildung übergeben werden, die dafür erwachsenengerechte Teilnehmerbeiträge einhebt.
  • Vorarlberg hat eine leistungsfähige Erwachsenenbildungslandschaft, die auch aufgrund ihres hohen Anteils ehrenamtlicher Mitarbeiter in besonderer Weise förderungswürdig ist.
  • Weiterbildungsmaßnahmen müssen rechtzeitig einsetzen, um Arbeitslosigkeit präventiv zu bekämpfen.
  • Die Angebote der Weiterbildungseinrichtungen sind mit den Aufgaben des öffentlichen Schulwesens in regelmäßigen Abständen abzustimmen und zu koordinieren.
  • Selbsterhalterstipendium (€ 800,-) als bestehende, großzügige Studienförderung stärker propagieren.
  • Um auch finanzschwachen Bildungsinteressierten die Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen zu ermöglichen, werden diese durch das Land Vorarlberg und die ARGE Vorarlberger Erwachsenenbildung so gefördert, dass Veranstaltungen, deren Besuch bis € 20,- kostet, kostenlos besucht werden können; kosten diese zwischen € 21,- und € 300,-, muss nur 50 % des Preises bezahlt werden. Der Nachweis der Förderwürdigkeit erfolgt durch den Vorarlberger Kulturpass.
  • Förderung von Lernaktionen zwischen Jung und Alt, z.B. Handwerkerschule, Computerkurse.

 

Maßnahmen zur Unterstützung

  • Die vorgeschlagenen Maßnahmen müssen innerhalb des ÖAAB und der ÖVP mehrheitsfähig gemacht werden.
  • Da größtenteils bundesgesetzliche Regelungen notwendig sind, werden die entsprechenden Initiativen von Vorarlbergern Mandataren zu setzen sein.
  • Dort, wo landesweite Initiativen möglich sind, werden diese gesetzt und aktiv der Öffentlichkeit vorgestellt.